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Als dann aber Revell im Jahr 2000 seine P-2V
rausbrachte, war die Idee sofort wieder präsent und das Projekt „AP-2H“
wurde in Angriff genommen. Zum Glück gibt es google, und so hatte ich nach
kurzer Zeit meine Erkenntnisse vertieft: Es gibt z.B. Zurüstsätze zum Bau der
Gunship-Version, jedoch recht teuer und nur bei Händlern in den USA – ich bin
knauserig und wollte nicht 2 Monate Lieferzeit abwarten.
Zum Vorbild: Die AP-2H waren ein Projekt der US Navy während des
Vietnamkrieges, das sich an dem Erfolg der Gunships AC-47, AC-119 und AC-130 der
USAF orientierte. Unter dem Synonym „TRIM“ (Trails, Roads, Interdiction
Multisensor) sollten diese Maschinen küstennahe Gewässer und das Mekong-Delta
überwachen und den Nachschub des Vietcong bekämpfen. Dazu wurde eine
umfangreiche Bewaffnung und Sensorik installiert (Teile davon wurden später in
der A-6 wiederverwendet). Vier Maschinen wurden zu AP-2Hs umgebaut und ab Januar
1968 war die VAH-21-Staffel vom Flugplatz in Cam Ranh Bay im Einsatz. Obwohl der
Einsatz recht erfolgreich war, blieb die Staffel und damit auch die AP-2H nur
ein gutes Jahr im Einsatz.
Zum Bau selbst: Zuerst muss die Trennscheibe bemüht
werden: Der MAD-Stachel am Heck und das Seeüberwachungsradar müssen entfernt
werden. Im Heck war bei der AP-2H ein Kanonenstand mit zwei 20mm Kanonen
installiert worden. Mit einer mehr oder weniger runden Halbkugel, zwei ungefähr
passenden Kanonenläufen wurde dieser Heckstand nachgestellt, etwas schwieriger
gestaltete sich die dazugehörige Glaskanzel: Ich habe keine Erfahrung mit dem
Selberbauen von Klarsichteilen und habe deswegen eine bereits vorhandene
Kanzelverglasung benutzt, die leider eine nicht ganz passende Größe hat. Im
Nachhinein betrachtet ist dieser Teil des Modells am wenigsten gut gelungen.
Nun zu dem großen Loch im Rumpf, das nach dem Wegfall des Radars entstanden
ist. Ich bin ein Freund der einfachen Lösungen und habe deshalb einfach ein Stück
Papier zurechtgeschnitten, über das Loch geklebt, mit ordentlich Klebstoff getränkt
und fertig war der Lack. Die AP-2H hat an dieser Stelle ein Bodenradar (oder so
etwas ähnliches), das nun seiner Konstruktion harrte. Ich habe dafür das
hintere Ende eines Buddy-Buddy-Tanks vom Tornado genommen und das vordere Ende
(das, wenn ich die Bilder richtig interpretiert habe, nicht komplett kugelförmig
ist) mit Plastikteilen und Spachtelmasse selbst modelliert. Dann noch einen
passenden Träger als Verbindung zwischen Radar und Rumpf – fertig war dieser
Abschnitt.
Nun zum komplizierten Bau der Frontsensoren: Mit
Hilfe von zwei schalenförmigen Teilen habe ich die Seiten des Sensorenpacks
gebaut, mit ordentlich Spachtelmasse dann die genaueren Formen modelliert. Für
die Sensoren selbst habe ich Krimskrams aus der Ersatzteilkiste verwendet, so
unter anderem ein altes Rettungsfloß (Massstab ca. 1:400).
Nun zu den etwas leichteren Dingen: Die Strahl-Triebwerke der AP-2H haben große
IR-Dämpfer, die man mit einigen zylinderförmigen Stücken (z.B. ehemaligen
Bombenkörpern) nachformen kann. Die Waffenträger unter den Flügeln sollten
ebenfalls kein Problem für den erfahrenen Modellbauer sein.
Nun zur Bewaffnung: Ich habe sogar das Vergnügen gehabt, mich darüber per Mail
mit einem ehemaligen AP-2H-Piloten austauschen zu können. An dem innersten
Pylon wurde üblicherweise immer ein Pod mit einer 7,62mm-Minigun mitgeführt,
die allerdings in einem leichten Winkel nach unten geneigt waren und nicht, wie
bei meinem Modell, parallel zur Flugachse. (Ich habe meine Pods selbst gebaut,
sind ehemalige Bomben). MK82-Bomben mit Fuse Extender hingen unter den beiden
mittleren Pylonen, außen wurde ein MK77-Napalmbehälter mitgeführt. Ich bin
insgesamt aus den verschiedenen Abbildungen nicht ganz schlau geworden, es
handelt sich jedenfalls auf keinen Fall um den Napalmbehälter, der im Hasegawa
Waffen-Set verkauft wird. Letztendlich habe ich eine MK83 Bombe ohne
Stabilisatoren silber gemalt, das sah den Originalbildern am ähnlichsten.
Des weiteren wurden später während des Einsatzes M60-MGs in den hinteren
Rumpffenstern installiert, ich habe das noch nicht gemacht, aber immerhin schon
die Verglasungen weggelassen.
Was ich nicht gemacht habe ist der Nachbau der
Granatwerfer im Rumpf. Jede Maschine hatte acht 40mm-Granatwerfer im ehemaligen
Bombenschacht, die leicht versetzte Winkel hatten und bei einer gemeinsamen
Salve die Fläche eines Fußballfeldes abstreuten. Dazu hätte ich aber genaue
Bilder von der Unterseite der Maschine haben müssen, die gab es aber nicht. Damit wären wir beim letzten Problem, der Lackierung (obwohl dies der Teil ist,
der mir am meisten Spaß gemacht hat und auf den ich mich sehr gefreut habe). Es
gibt nur Bilder von den Seiten der Maschinen, jedoch weder Draufsicht noch oben
genannte Unterseitsperspektive. E-Mail-Kontakt ergab, dass es wirklich keine
Bilder davon gibt und ich deswegen auch malen könnte, wie ich wollte, weil es
eh keiner nachprüfen könne... Ich habe letztendlich mich an den Seiten des
Flugzeuges orientiert und auf der Oberseite etwas mehr dunkle Farben verwendet,
analog dazu ist die Unterseite etwas heller gestaltet. Bei den Decals habe ich
mir nicht so viel Mühe gemacht, es sind die notwendigsten Markierungen drauf,
die Maschine ist die „No 2“, Baunummer 148353, Spitzname "Deuces
Wild". Fazit: Ein Modell, dass aus jeder Sammlung aufgrund seiner
besonderen Farbgebung heraussticht.
Kategorie......... Flugzeuge & Helikopter
Modell.............. Lockheed P2 V-7 Neptune
Bausatz........... Revell Nr. 04628
Masstab.......... 1/72
Erbauer........... Hajo L.
Datum............. Jan 2003
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